Was ist der Unterschied zwischen Häkeln und Stricken?

Bis heute ist mir der Unterschied zwischen Häkeln und Stricken als Handarbeitstechniken nicht ganz klar. Dabei bin ich seit dem Kindesalter kreativ und habe auch schon beides gemacht. Doch zeigt mir jemand eine Mütze sage ich: „Wow, die hast du aber toll gestrickt!“ Und schon wird mir entgegnet: „Aber nein, die habe ich gehäkelt.“ Daher beschäftige ich mich in diesem Artikel einmal mit den jeweiligen Eigenarten der Tätigkeiten.

Gestrickt wird mit zwei Stricknadeln
Gestrickt wird mit zwei Stricknadeln
© Rebecca Grant / unsplash.com

Kreative Projekte

Gleich zu Beginn ist es nützlich zu wissen, dass man beim Häkeln mehr Wolle verbraucht als beim Stricken. Das führt zwangsläufig dazu, dass ein gehäkeltes Werk fester und stabiler ist als eine ähnliche gestrickte Variante.

Ein weiterer Unterschied zwischen Häkeln und Stricken ist, dass die Maschen beim Stricken gröber und lockerer ausfallen. Gestrickte Dinge sind demnach flexibler und fließender.

Mit welcher Technik wird was gemacht?

Wenn man weiß, dass das Häkeln mehr Material verbraucht und das Ergebnis insgesamt schwerer und gleichzeitig stabiler ist, kann man sich die Antwort schon selbst zurechtlegen. Tischdecken, Kuscheltiere und Topflappen sollten fest sein. Auch kleine Babyschuhe machen sich gut, wenn sie eine stabile Form haben. Selbst Körbe können aus Wolle gehäkelt werden und halten ihrem Inhalt gut stand! „Tunesisch häkeln“ ist hier das Stichwort.

Pullover, Handschuhe, Socken, Schals und Decken hingegen sollten gut dehnbar und leicht sein. Daher ist es hier angebracht, diese Sachen zu stricken.

Wer Inspirationen und Anleitungen braucht, kann kreative DIY Ideen rund um das Thema Wolle in zahlreichen Handarbeitsbüchern finden.

Das Werkzeug

Gehäkelt oder gestrickt?
Gehäkelt oder gestrickt?
© Nynne Schrøder / unsplash.com

Ein sofort sichtbarer Unterschied zwischen Häkeln und Stricken erkennt man beim Zusehen: Zum Stricken benötigst du immer mindestens zwei Stricknadeln. Diese können zur Vereinfachung über eine Kunsttoffschnur miteinander verbunden sein. Die Maschen fallen dann nicht so schnell herunter, das ist eine sehr praktische Vereinfachung.

Strickmaschinen ermöglichen es, mit einer Handbewegung automatisch eine ganze Reihe an Maschen zu erzeugen. Das ist bei sehr feinen Garnen eine tolle Erleichterung.

Stricknadeln haben ganz nach Verwendungszweck unterschiedliche Stärken. Je gröber die Maschen am Ende sein sollen oder/und je dicker die verwendete Wolle ist, desto dicker sind diese Stricknadeln in der Regel.

Beim Häkeln hingegen hat man eine einzige Häkelnadel. Sie hat am Ende einen kleinen Haken. Damit zieht man die Wolle durch einzelne Maschen hindurch. Ansonsten wird hier viel mit den Fingern geholfen. Eine Maschine kann diese komplizierten Griffe nicht nachahmen.

Was sollte man zuerst lernen?

Häkeln ist für Anfänger leichter zu lernen und daher für den Einstieg in das kreative Arbeiten mit Wolle besser geeignet. Hier muss immer nur eine Masche aktiv festgehalten werden. Beim Stricken sind es immer mehrere aktive Maschen, die das ganze Strickgerüst halten und somit zum Weitermachen wichtig sind. Deswegen ist hier die verbindende Schnur zwischen zwei Nadeln sehr sinnvoll.

Beim Häkeln ist immer nur eine Masche aktiv
Beim Häkeln ist immer nur eine Masche aktiv
© CC0

Wer das Häkeln drauf hat, kann übrigens nicht nur mit Wolle arbeiten. Luftmaschen lassen sich auch mit feinem Schmuckdraht herstellen. So entstehen beispielsweise DIY Ketten oder auch Armbänder. Die Häkelnadel mit ihrem kleinen Haken ist hier ein nützliches Tool. Lies hier weiter, wenn du eine Idee für ein selbst gemachtes Armband haben möchtest.