Smarte Nachhaltigkeit – Wohnen der Zukunft

Zwei Trends dominieren derzeit Bauen und Wohnen: Nachhaltigkeit und smarte Lösungen, grünes Wohnen und dabei gleichzeitig höchstmöglichen Komfort. Ansprüche, die Architekten vor eine Herausforderung stellen.

Niedrigenergiehäuser gibt es bereits seit Jahren. Nun sind erste Ergebnisse für noch mehr Umweltschutz und grünes Wohnen serienreif. Angesichts von tonnenweise Plastikmüll in unseren Ozeanen und riesigen Bergen von nicht verrottendem Abfall, der auf Deponien sein Dasein fristet, entwickelt sich im Wohnbau eine junge Gründerszene. Hier findet man junge, hoch qualifizierte Unternehmer, für die eine sinnvolle Tätigkeit wichtiger ist als der Profit. Was jeder braucht, soll endlich auch nachhaltig umgesetzt werden – es entstehen Häuser, die einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen.

Als Vorreiter dieser Idee gilt der amerikanische Architekt Michael Reynolds. In den 70er Jahren begann er, Häuser aus Recyclingmaterial zu entwerfen. Wände aus Plastik oder alten Reifen sorgen nicht nur für die Abtrennung von Räumen, sondern bilden auch eine Luftschicht – quasi eine natürliche Klimatisierung.

In Deutschland sind Earthships, wie Reynolds seine Häuser nennt, allerdings noch weit entfernte Zukunftsmusik. Das deutsche Baurecht verbietet es nämlich, tragende Bauteile aus Müll zu bauen.

Bauen mit Müll

Bauschutt als Baumaterial der Zukunft?
Bauschutt als Baumaterial der Zukunft?
© CC0

Rechtlich zulässig jedoch ist es, verschiedene Materialien und Bauschutt zu recyceltem Beton zu verarbeiten. Das niederländische Unternehmen Stonecycle stellt aus den verschiedensten Abfallstoffen, die beim Abbruch alter Häuser entstehen, neue Bauklötze her. Diese machen den farbigen Anstrich einer Fassade überflüssig. Steine erinnern hier optisch teilweise an eine Salami und heißen dann auch so!

Auch der Plastikmüll wird kreativ einer nachhaltigen Nutzung zugeführt. Styropor, das sich in nahezu jeder Verpackung befindet, wird ebenfalls Betonteilen zugemischt. Das ergibt zusätzlich zum Umweltschutzgedanken eine ausgezeichnete Wärmedämmung. Als Nebeneffekt fällt ein Arbeitsschritt weg und ist somit auch ein wirtschaftlich sinnvoller Faktor. Derzeit steht die Beimischung von Kunststoff in Bauelemente allerdings noch am Anfang. Dieser Umstand dürfte sich jedoch in den nächsten Jahren ändern, denn es forschen zahlreiche Hochschulen auf der ganzen Welt mit Nachdruck an Lösungen, die dem blauen Planeten wieder mehr Luft zum Atmen verschaffen und gleichzeitig ansprechend für das Auge sind.

Smart und effizient – Smart Home

Smartes Wohnen ist der Trend der Zukunft
Smartes Wohnen ist der Trend der Zukunft
© CC0

Der zweite Trend im Haus der Zukunft ist bestimmt von smarten Technologien, also vernetzte und fernsteuerbare Geräte. Den meisten geläufig ist dabei die Vernetzung von Unterhaltungselektronik. Musik, die aus WLAN gesteuerten Boxen kommt, ist in vielen Haushalten bereits Standard. Neben der einfachen Bedienung können diese zudem stilvoll in die Einrichtung integriert werden, wie zum Beispiel mit diesen Wandhalterungen von Vogels.

Meilenstein und ein wirklich trendiges Thema ist jedoch Smart Metering, quasi die Künstliche Intelligenz des Hauses, welche Technologie mit Nachhaltigkeit vereint. Dabei erkennt die Steuerung sowohl den Gesamtverbrauch an Energie als auch Spitzenzeiten. Daraus gleicht das Programm den Energiebedarf mit Energiekosten ab und findet so den günstigsten Tarif. Viele Stromanbieter haben Zeiten, in denen Strom günstiger angeboten wird das wird genützt: Geräte, bei denen es relativ egal ist wann sie laufen, starten dann wenn es kosteneffizient ist.

Licht und Unterhaltungselektronik werden im Smart Home von Weitem gesteuert
Licht und Unterhaltungselektronik werden im Smart Home von Weitem gesteuert
© CC0

Trotz aller Fortschritte: Die Technologien rund um Effizienz, Nachhaltigkeit und Bedienungserleichterung stecken noch in den Kinderschuhen. Wir dürfen also gespannt sein, welche Entwicklungen wir in Zukunft noch erleben. Jedenfalls ist an dieser Stelle die Politik gefordert, der Technik nicht im Weg zu stehen, sondern ebenfalls die Herausforderungen mit Tempo zu lösen.