Nähideen für Anfänger und Grundlagen zum Nähen

Das Thema Nähen ist für mich immer wieder präsent. Als kreativer Mensch sieht man hier eine hübsche Bluse in einem Nähjournal und dort einen hübschen Stoff und schon ist der Wunsch wieder da, selbst aktiv zu werden. Doch wie oft scheitert es dann daran, dass man gar nicht so recht weiß, wie man an die Sache heran gehen soll. Ich möchte dir ein wenig die Angst vor dem Anfangen nehmen und aufschreiben, was du benötigst, um Schritt für Schritt zum ersten Ergebnis zu kommen.

Die Grundausstattung

Man braucht nicht dringend eine Overlock-Nähmaschine, um hübsche Dinge nähen zu können. Eine herkömmliche, gute Nähmaschine tut es auch. Und zusätzlich benötigst du dieses Material:

Nähen für Anfänger
Nähen für Anfänger
© CC0

Stoff

Das Nähen würde nicht halb so viel Spaß machen, wenn es nicht so herrlich schöne Stoffe mit Mustern und in tollen Farben und Qualitäten geben würde. Vor allem im Bereich Mode, aber auch beim Nähen von Taschen, Kuscheltieren und Utensilos macht die Arbeit mit der Vielfalt an Farben und Motiven sehr viel Spaß. Inzwischen kann man bequem Stoffe online bestellen und muss nicht immer in den nächsten Stoffladen fahren. Wenn du dich für einen elastischen Stoff entscheidest, ist es anfangs ein wenig schwieriger mit dem Nähen mit einer klassischen Nähmaschine. Daher rate ich dir, mit nicht dehnbaren Baumwollstoffen zu beginnen.

Stoffschere

Ja, es muss eine Stoffschere sein, die du auch nur zum Stoffe schneiden verwendest. Sonst wird sie schnell stumpf und dann ist der Frust beim Ausschneiden wirklich groß. Bei der Stoffschere liegt der untere Teil beim Schneiden auf der Arbeitsfläche auf, sie unterscheidet sich also in der Form von der klassischen Schere.

Wenn du Stoffe benutzt, die nur wenig ausfransen, dann kannst du mit einer speziellen Zackenschere den Rand versäubern, ohne dass du ihn extra mit der Maschine bearbeiten musst.

Nähfaden

Hier lohnt es sich, auf Qualität zu setzen. Denn wie ärgerlich ist das denn, wenn du ein Nähprojekt beendet hast und plötzlich die Naht schon bei wenig Zug reisst! Auch kann die Farbe bei günstigen Produkten schnell verblassen. Es gibt Garne aus Polyester, Baumwolle und Seide. Dickere Garne sind für Knopflöcher geeignet.

Seidenpapier oder Kopierpapier

Das wohl Lästigste am Nähen ist das Übertragen von Stoffmustern auf transparentes Seidenpapier und dann wieder auf den Stoff. Ich glaube, wenn dieser Schritt nicht notwendig wäre, würde ich viel mehr nähen. Daher sollte man sich die Prozedur so einfach wie möglich gestalten und vor allem, einen großen Tisch dafür freimachen. Wenn du Kopierpapier nutzt, ist es ein wenig einfacher.

Schneiderkreide oder Kopierrädchen

Mit Schneiderkreide fährst du um die ausgeschnittenen Seidenpapier-Schnittvorlagen herum und überträgst somit dein Muster auf die linke Seite des Stoffes. Die Kreide wäscht sich nachher – meistens – raus. Eine Alternative ist der Piktogrammstift, dessen Spuren man mit Feuchtigkeit entfernen kann.

Du hast Kopierpapier? Dann kannst du mit einem Kopierrädchen direkt auf dem Schnittmuster entlang fahren und damit dieses auf den darunter liegenden Stoff übertragen. Achte darauf, dass unter dem Stoff Zeitungspapier liegt oder eine andere Unterlage. Sonst hast du bei etwas mehr Druck gleich Zackenspuren auf den Tisch übertragen.

Maßband oder Lineal

Wenn du anfangs nur kleine Nähprojekte angehst, reicht ein haushaltsübliches Lineal zum Ausmessen der Längen aus. Für größere Dinge brauchst du allerdings ein Maßband.

Nahttrenner

Dieses kleine praktische Ding nutzt du, um Nähte einfach wieder aufzutrennen, wenn du dich vernäht hast. Es sieht ein wenig aus wie ein Füller. Mit dem scharfen Haken schneidet man dabei die Fäden durch. Unverzichtbar!

Hilfreich sind noch …

Ein Nadelkissen bewahrt dich vor dem Chaos mit den kleinen Nadeln. Ich bin inzwischen übrigens Fan von Stoffklammern. Diese sind zwar ein wenig teurer, aber wirklich eine tolle Erfindung. Wer das Geld dafür nicht ausgeben möchte, wählt am besten Nadeln mit rundem, bunten Kopf. Diese findet man auf dem Boden am schnellsten wieder, wenn denn mal eine heruntergefallen ist.

Die Nähmaschine richtig einstellen

Das ist auch so ein Knackpunkt. Damit beide Fäden richtig gespannt sind und auch richtig die verschiedenen Wege auf deiner Maschine entlang laufen, solltest du unbedingt genau in die Bedienungsanleitung deiner Maschine schauen. Ich habe beispielsweise immer den Faden in der Unterspule falsch herum eingelegt, weil das auf einem Youtube-Video so erklärt wurde. Dabei musste dieser in meiner Maschine genau anders herum platziert werden und schon funktionierte das Nähen ohne Fadensalat!

Einfache Nähideen für Anfänger

Kissen in Pferdekopfform
Kissen in Pferdekopfform
© evys.cavalry / Instagram

Zu den Nähideen für Anfänger gehört nicht sofort die schöne Bluse, die du vielleicht in einem Nähjournal gesehen hast. Beginne mit einem Kuscheltier oder einfachen Stoffanhängern, von dem du nur zwei Mal die Außenseite ausschneiden und dann zusammennähen musst. Am Ende deiner Naht lässt du einen kleinen Schlitz offen, und füllst deine Form dann mit Füllwatte, die du in Bastelläden oder auch im Baumarkt z.B. hier kaufen kannst. Anschließend nähst Du es zu.

Kissen nähen gehört zu den ersten Übungen beim Nähen
Kissen nähen gehört zu den ersten Übungen beim Nähen
© belliperri / Instagram

Verzieren kannst du die Seiten hübsch mit weiteren Stoffstücken und so ein wenig spielerisch lernen, wie das Arbeiten mit den Nähmaschine funktioniert. Herzen aus Stoff wie diese hier kannst du als Geschenkidee mit getrocknetem Lavendel befüllen:

Herzen aus Stoff gehören zu den Nähideen für Anfänger
Herzen aus Stoff
© das_kathchen / Instagram

Auch das Quilten ist eine der Nähideen für Anfänger. Hier werden viele kleine Stoffstücke zu einer Decke zusammengefügt. Die Nähleistung ist dabei nicht kompliziert, das Endergebnis umso beeindruckender:

Mit vielen kleinen Teilen kannst du einen Quilt nähen
Mit vielen kleinen Teilen kannst du einen Quilt nähen
© spulentango.com

Taschen nähen ist schon ein Schritt weiter würde ich mal behaupten. Hier geht es dann auch darum, wie man Verschlüsse mit Reißverschluss oder Knopf anfertigt.

Bei einer Tasche muss auch der Verschluss bedacht werden
Bei einer Tasche muss auch der Verschluss bedacht werden
© zauber_baeumchen / Instagram

Sobald du mit deiner Nähmaschine besser vertraut bist, kannst du die ersten kleinen Kleidungsstücke nähen. Wenn du selbst keine Kinderkleidung benötigst, sind Mützen, Pumphosen und Babyschuhe wirklich tolle Geschenkideen. Ich wünsche dir viel Spaß mit deiner Nähmaschine!