Grundlagen für eine moderne Küche

Eine alte oder unpraktisch angeordnete Küche kann jeden Aufenthalt hier ungemütlich machen. Mit einer Umgestaltung von Boden, Wand oder auch Küchenmöbeln wird der Raum schnell zum absoluten Lieblingszimmer, in dem man gerne kocht und mit Freunden lacht! Lerne hier einige Grundlagen für eine moderne Küche kennen.

Moderne Küche in Weiß mit Hochglanzarbeitsplatte
Moderne Küche in Weiß mit Hochglanzarbeitsplatte
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Die Form-Frage

Online findest du viele viele eindrucksvolle Inspirationen und Ideen für eine moderne Küche. Ob es sich dabei um ein Küchendesign mit Kücheninsel handelt oder eine klassische L-Form, das hängt nicht nur vom persönlichen Geschmack ab. Auch die vorhandene Raumgröße spielt hier eine wichtige Rolle.

Küchenformen im Überblick:

  • Einzeilige Küche: Besonders geeignet für sehr kleine Räume. Es sollten 3 Meter Wandfläche vorhanden sein.
  • Zweizeilige Küche: Hier stehen sich zwei Arbeitsflächen parallel gegenüber. Der Abstand der beiden Tresen sollte mindestens 120 cm betragen. Der Raum sollte mindestens 8 Quadratmeter groß sein.
  • L-Küche: Hier werden ebenfalls mindestens 8 Quadratmeter Fläche benötigt. Ein Essplatz am Tresen ist hier gut integrierbar.
  • U-Küche: Ab 10 Quadratmeter Fläche ist diese Form mit sehr viel Arbeitsfläche und kurzen Laufwegen optimal für passionierte Köche. Ein Essplatz lässt sich einplanen.
  • Insel-Lösung: Die so beliebte Kücheninsel braucht einen Raum von mindestens 15 Quadratmetern Fläche. Stauraum und Arbeitsflächen sind reichlich vorhanden.

Wer bereits eine Küche hat und diese grundlegend in ihrer Form verändern möchte, muss sich auf einen entsprechend hohen Kostenaufwand einstellen. Oft muss die Elekro- und Sanitärinstallation ebenfalls angepasst werden. Vielleicht sind Bodenbelags- und auch Malerarbeiten notwendig.

Bei einer sehr kleinen Wohnung denkt man vielleicht auch über eine offene Küche nach. Diese ist häufig schlicht einzeilig oder hat eine L-Form und geht direkt in den Wohnraum über:

Offene Küche mit angrenzendem Wohnraum
Offene Küche mit angrenzendem Wohnraum
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Schränke und andere Küchenmöbel

Damit das Budget geschont wird, ist beim Küchendesign nicht der Austausch aller Möbel notwendig. (Das gilt natürlich leider nur beim Redesign und nicht bei der Einrichtung einer neuen Küche.) Ein Wechsel der Schrankfront kann schon ausreichen, um den Stil einer Küche zu verändern. Die Boxen können dann erhalten bleiben.

Die Veränderung von Schrankfronten kann die ganze Optik der Küche positiv beeinflussen
Die Veränderung von Schrankfronten kann die Optik der Küche positiv beeinflussen
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Soll es eine Küche im Landhausstil sein? Dann sind cremeweiße oder weiße, matte Fronten mit typischen Einkerbungen eine gute Idee. Soll es insgesamt lieber puristisch aussehen? Dafür stehen Hochglanz-Fronten in zurückhaltenden Farben wie Taupe, Grau und Weiß zur Verfügung. Etliche weitere Stile lassen sich ebenfalls abbilden.

Eine Küche im Landhausstil
Eine Küche im Landhausstil
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Wandboards statt Oberschrank

Bei einer Küche in U-Form ist das Einplanen von Oberschränken nicht empfehlenswert. Sie wirken schnell erdrückend und nehmen optisch viel Raum ein. Hier sind filigrane Wandboards eine moderne Alternative. Sie können entweder optisch passend zu den Schrankfronten oder der Arbeitsplatte gewählt werden. Auch das Aufgreifen der Fußbodenfarbe wirkt gut.

Wandboard statt Küchenregal
Wandboard statt Küchenregal
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Die Arbeitsplatte

Kommt man in eine Küche hinein, ist die Arbeitsplatte mit der erste Bereich, der ins Auge fällt. Häufig wird sie in einem anderen Look gewählt als die Küchenschrankfronten. Ein schöner Kontrast bringt hier viel Spannung ins Bild. Bei der Auswahl sollte allerdings nicht nur das Aussehen eine Rolle spielen. Auch die Pflege, Haltbarkeit und das vorhandene Budget müssen beachtet werden.

Arbeitsplatten gibt es in diesen Materialien:

  • Kunststein: Mit Harz gebundenes Gestein aus schmutzabweisendem Quarz. Muss nicht versiegelt werden.
  • Naturstein: Granit ist nach wie vor sehr beliebt als Arbeitsplatte. Granit hat eine extrem haltbare, harte Oberfläche. Um eine Fleckenbildung zu vermeiden, muss er regelmäßig versiegelt werden. Andere Naturstein-Arbeitsplatten bestehen aus Marmor, Speckstein und Kalkstein. Diese sind allerdings weicher und daher intensiver in der Pflege.
  • Beton: Hierdurch wird ein industrieller Look der Küche möglich. Beton muss aber bis zu vier Mal im Jahr versiegelt werden. Er ist kratz- und hitzebeständig.
  • Echtholz: Arbeitsplatten aus Holz sind zwar leicht zu reinigen, sie müssen aber mit Öl gepflegt werden und sind durch Wasser angreifbar.
  • Kunststofflaminat: Diese Arbeitsplatten gibt es in vielen Looks und kostengünstig. Durch Hitze und mit scharfen Gegenständen kann man hier Schaden anrichten.

Eine glänzende Arbeitsplatte
Eine edel glänzende Arbeitsplatte aus schwarzem Granit
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Der Bodenbelag

Die Optik des Küchenfußbodens ist die eine Sache, der Komfort eine andere. Schließlich steht man hier teilweise stundenlang vor den Töpfen, wenn man große Mahlzeiten zubereiten möchte.

Optionen für einen Küchenfußboden sind:

  • Fliese: Hygienisch und geruchsfrei und deswegen wohl sehr beliebt für den Bodenbelag in der Küche. Dennoch sind Fliesen aufgrund der Härte und Kälte (ohne Fußbodenheizung) nicht unbedingt bequem.
  • Holzfußboden: Schaden können ihm spitze Absätze und stehendes Wasser.
  • Laminat: Sehr pflegeleicht. Kann dennoch durch Wasser Schaden nehmen, der nicht repariert werden kann.
  • Kork: Sehr weich und daher schonend für unsere Gelenke. Auch das leise Trittverhalten gibt diesem Bodenbelag Pluspunkte. Aber auch Kork kann durch Wasser beschädigt werden.
  • Linoleum: Es wird aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, ist weich im Tritt und wirkt antibakteriell. Das Material ist in vielen verschiedenen Mustern und Farben zu bekommen. Lerne noch mehr Vorteile von Linoleum kennen.
  • Vinyl: Wird im Gegensatz zu Linoleum künstlich hergestellt, ist allerdings sehr einfach zu verlegen und in vielen Optiken erhältlich. Das Material ist sehr pflegeleicht.
Fliesen sind in der Küche besonders pflegeleicht
Fliesen sind in der Küche besonders pflegeleicht und hygienisch
© hausnr_8 / Instagram

Küchenwände gestalten

Eine moderne Küche ganz in Weiß? Das findet man nur noch selten. Häufig dagegen werden Teilbereiche der Küche in anderen Trendfarben gestrichen, in der beliebten Betonoptik zum Beispiel. Wände werden auch gern mit Tafelfarbe versehen, dann können Speisekarten großflächig mit Kreide an die Wand gebracht werden oder die Kunstwerke der Kleinen finden hier einen Platz. Wanddekorationen wie Wandtattoos oder Tapeten bilden spannende Alternativen. Diese sind heutzutage gar nicht mehr schwierig anzubringen. Motive finden sich viele. Wie wäre es vielleicht mit einer „Korken-Wand“?

Tapete mit Korkenmotiven
Tapete mit Korkenmotiven
© wallsauce.com

Die optimale Küchenbeleuchtung

Eine Küche kann hell und freundlich beleuchtet sein, damit man hier ordentlich arbeiten kann. Andererseits sieht eine offene Küche vom Wohnbereich aus betrachtet vielleicht mit einer Ambiente-Bleuchtung besser aus als durch helle Spots in Szene gesetzt – vor allem, wenn man mit dem Kochen durch ist.

Ich empfehle euch daher, die Küchenbeleuchtung auf mehreren Ebenen zu vollziehen: Helle Beleuchtung von der Decke aus z.B. in Form von hübschen Pendelleuchten und zusätzlich stimmungsvolles Licht für den Abend z.B. als Unterbauleuchten.